UC Santa Barbara > History Department > Prof. Marcuse > Publications Page > 1990 Dachauer Hefte article

Encyclopedia title page

"Das ehemalige Konzentrationslager Dachau:
Der mühevolle Weg zur Gedenkstätte, 1945-1968"

by Harold Marcuse

in: Dachauer Hefte 5(1990), 182-205
[reprinted: DTV 1994]

H. Marcuse's Publications Page, homepage
page created 2005, last updated 8/4/2014

Russian translation, Aug. 2012, courtesy Andrey Fomin:
"Бывший концлагерь Дахау: Трудоемкий путь к мемориалу, 1945-1968"


(scanned pdf; Polish Translation: "BYŁA obozie koncentracyjnym w Dachau, 1945-1968")

Die BesucherInnen der heutigen Gedenkstätte in Dachau betreten das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers durch einen 1965 geschaffenen Mauerdurchbruch. Ihr Weg führt über die vergrabenen Fundamente eines Gefängnisses für straffällige SS. Der Blick fällt dann auf zwei langgestreckte Baracken, die nicht original sind, sondern Nachbauten aus dem Jahr 1964. Die meisten BesucherInnen gehen dann in das Museum, das ursprünglich Häftlingsbad und -küche beherbergte, nach der Befreiung verschiedene Gerichtshöfe, später eine Lederfabrik und eine Färberei. Am Ausgang des Museums steht das langgestreckte Internationale Mahnmal von 1968 vor dem Appellplatz. Früher standen hier Barackenbauten aus den letzten Kriegsjahren, eine von internierten SS-Männern 1946 erbaute Kirche, und ein Heizkraftwerk das 1951 für die neuen LagerbewohnerInnen errichtet wurde.

Der Rundgang durch die Gedenkstätte führt an 30 "Fundamenten" vorbei, die 1965-66 gegossen wurden, um die Umrisse der unfundamentierten Häftlingsbaracken zu markieren. Über diese weite, kahle Fläche hinweg sind drei Baulichkeiten vor der hinteren Abgrenzungsmauer zu sehen: Kapellen bzw. Gedenkstätten der verschiedenen Glaubensrichtungen, die an der Stelle der ehemaligen KZ-Gärtnerei und Desinfektionsbaracke stehen. Danach wurde dort ein Kindergarten errichtet, der 1961 jedoch der "Gaststätte zum Krematorium" weichen mußte. Die wiederum wurde am 8. November 1963 von Pionieren des Bundesgrenzschutzes abgerissen, um Platz für eine jüdische Gedenkstätte zu machen.

Diese kurzen Hinweise dürften genügen, um ein Gefühl für das historisch Gewordene der heutigen Gedenkstätte zu wecken. Die gegenwärtige Anlage ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen wechselvollen Geschichte und eines mühsamen Ringens um einen angemessenen Umgang mit den Überresten einer Einrichtung zur Ausschaltung, Ausbeutung und Ausrottung der vom NS-Regime Verfolgten. In den tatsächlichen Nutzungen dieser Überreste spiegelt sich der Kampf um eine Erneuerung der bundesdeutschen politischen Kultur wider.

Die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau seit 1945 läßt sich in vier Phasen einteilen, in denen vornehmlich jeweils eine Gruppe über die Verwendungen des Lagers bestimmte. In der ersten Phase verfügte die US-amerikanische Armee, die am 29. April 1945 das Lager befreite, über das Gelände. Nach der Rückführung der meisten ehemaligen Häftlinge in ihre Heimatländer richtete die Militärregierung einen Komplex von Internierungslagern für Angehörige der SS und Funktionäre der NSDAP ein. Ab Januar 1947 wurde das Lager schrittweise an deutsche Stellen übergeben, so daß sie im Herbst über wesentliche Teile des ehemaligen "Schutzhaftlagers" verfügten.

Die nächste Phase stand unter dem Vorzeichen bayrischer Verwaltungsstellen. Im Herbst 1948 wurde der Umbau des Konzentrationslagers zu einer Flüchtlingswohnsiedlung begonnen. Als der Dachauer Landrat im Juli 1955 im Bayerischen Landtag einen Antrag auf Abriß des Krematoriums stellte, war die nächste Gruppe schon so weit mobilisiert, daß sie die Umsetzung weiterer staatlicher Pläne verzögern bzw. verhindern konnte.

Die ehemaligen Häftlinge führten jedes Jahr seit 1945 Gedenkveranstaltungen durch. Sie bemühten sich mit wechselndem Erfolg um die Pflege des Gedenkens an ihre verstorbenen Kameraden durch die (bundes-)deutsche Öffentlichkeit, sowie um die Einrichtung und Verbesserung von Bildungseinrichtungen im ehemaligen KZ, insbesondere Ausstellungen und Museen. Stufenweise, durch Mobilisierung einer interessierten nationalen und internationalen Öffentlichkeit gelang es den ehemaligen Häftlingen ab 1956, die Räumung der "Wohnsiedlung Dachau-Ost" und die Errichtung der Gedenkstätte in der heutigen Form durchzusetzen. Die Eröffnung des Museums im ehemaligen KZ-Wirtschaftsgebäude im Mai 1965 markiert den Höhepunkt ihrer Bemühungen. Nach der Einweihung des internationalen Mahnmals auf dem Appellplatz im September 1968 traten sie als Initiatoren eher in den Hintergrund.

Bis 1973 gingen die deutschen Besucherzahlen auf einen absoluten Tiefstand in der Zeit nach 1959 zurück. Im Vorfeld der Olympiade 1972 in München begannen Jugendliche und Gruppen aus Dachau, sich für die KZ-Gedenkstätte und den Umgang mit ihr zu interessieren. In den Jahren von 1973 bis 1979 stieg die Anzahl der bundesdeutschen Schulklassen, die die Gedenkstätte aufsuchten von 400-500 auf 5000-6000 im Jahr. Die Aktivitäten der Freiwilligen der "Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste", der Mitglieder des "Dachauer Forums", des "Fördervereins internationale Jugendbegegnungstätte" und des Vereins "Zum Beispiel Dachau" sind während der 1980er Jahre zu einem festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit in dem ehemaligen Konzentrationslager geworden.

I.

Die Aufklärung der internationalen Öffentlichkeit über die Zustände im KZ Dachau fing unmittelbar nach der Befreiung durch Einheiten der US-Armee am 29. April 1945 an. Die ersten Zeitungsberichte von Kriegsberichterstattern erschienen am 1. Mai in vielen namhaften Zeitungen. Armeefotografen und -filmemacher machten in den ersten Tagen viele Aufnahmen, und eine Delegation von US-Kongreßabgeordneten wurde am 2. Mai durchs Lager geführt. Am 3. Mai traf eine Delegation von 18 US-amerikanischen Chefredakteuren und Verlegern ein. Sie wurden eigens vom amerikanischen Oberkommandierenden Eisenhower nach Europa eingeladen, um durch ihre Berichterstattung die Öffentlichkeit in den USA von dem Ausmaß und der Authentizität des Greuels zu überzeugen.

Für die Einstellung der US-Amerikaner zu Dachau waren die katastrophalen Zustände im Lager bei der Befreiung maßgebend. Der Lagerkomplex war seit Tagen buchstäblich übersät von Leichen, die langsam in Verwesung übergingen. Ein Güterzug mit den Leichen von über 2300 verhungerten Menschen stand seit Tagen auf einem Abstellgleis im SS-Lager, 2-3000 weitere Leichen im Krematriumsbereich. Die seit Monaten wütenden Typhus- und Fleckfieberepidemien forderten noch in den ersten Tagen nach der Befreiung täglich über 150 Tote.

Die Berichte der Mediendelegation sind in einem Drittel der US-Zeitungen und einem Viertel der Publikumszeitschriften erschienen. Da sie auch in Agenturberichte Eingang fanden, resümiert der Historiker Norbert Frei, daß "auf die eine oder andere Weise ... fast jeder Amerikaner mit den Nachrichten über die deutschen Konzentrationslager konfrontiert" wurde. Der daraus resultierende hohe Bekanntheitsgrad Dachaus in den USA war und ist ein wichtiger Faktor in den späteren Auseinandersetzungen um die Gedenkstätte: ein über Europa hinausreichendes internationales Publikum war von Anfang an vorhanden.

Zur Beseitigung der unidentifizierbaren Leichen wurde am 3. Mai das Krematorium wieder in Betrieb genommen. Am 7. Mai beschleunigte sich der Verwesungsprozeß wegen eines Wetterumschwungs, so daß ca. 2400 Leichen in Massengräbern bestattet werden mußten. Zu dieser Arbeit wurden Dachauer Zivilisten strafweise herangezogen. Kolonnen von 12 Fuhrwerken mit je 30-40 Häftlingsleichen wurden tagelang durch die Stadt Dachau zum nahegelegenen Leitenberg geführt - ein Bild, das sich in der Erinnerung vieler Dachauer tief eingeprägt hat.* Als weitere Strafmaßnahme gegen die Zivilbevölkerung mußten Dachauer Frauen die 39 Waggons des "Todeszuges" reinigen. Schließlich wurde am 8. Mai eine Gruppe führender Bürger aus Dachau durchs Lager geführt, damit eine Fotografengruppe ihre Reaktionen auf die Zustände im Konzentrationslager dokumentieren konnte. Gekoppelt mit den unbeschreiblichen Zuständen im KZ Dachau dürften solche Maßnahmen eine der wesentlichen Ursachen dafür sein, daß noch heute weite Kreise der Dachauer Bevölkerung in jeder Erwähnung des ehemaligen KZs einen Vorwurf hören und deshalb eine stark ablehnende Haltung gegenüber der KZ-Gedenkstätte einnehmen.

Die Strafmaßnahmen trafen natürlich auch die SS, sofern sie verhaftet werden konnten. Beispielsweise mußten SS-Angehörige im Laufschritt den angesammelten Müll von etwa 30.000 Menschen beseitigen. Doch sollten die Hauptverantwortlichen in rechtsstaatlichen Gerichtsverfahren vor der deutschen und der Weltöffentlichkeit eine ihren Untaten angemessene Strafe bekommen. Als das Lager sich mit der Repatriierung der nationalen Häftlingsgruppen leerte, machten die Amerikaner sich daran, es für die Internierung von deutschen Tätern einzurichten. Anfang Juli wurde das "War Crimes Enclosure" (Kriegsverbrecherlager) mit einer Kapazität von 30.000 Häftlingen in Dachau eingerichtet. Das ehemalige Häftlingslager ("Schutzhaftlager") wurde "SS Compound" für KZ-Wachverbände und Mitglieder der Waffen-SS; die Funktionäre der NSDAP und andere Verdächtigte wurden im SS-Lager und in der KZ-"Plantage" untergebracht. Bis zum 22. Juli waren schon 8.675 SS-Männer im Konzentrationslager interniert worden.

Der erste "Dachauer Prozeß" begann am 15. November 1945 gegen 40 Angeklagte der Dachauer KZ-Verwaltung. Diese Gruppe schloß nicht nur alle bis dahin gefaßten Dachauer Hauptverantwortlichen ein, sondern auch einige Minder- oder Unschuldige, so daß der Eindruck nicht entstehen würde, das Todesurteil habe in allen Fällen von vorn herein festgestanden. Bei der Urteilsverkündung am 13. Dezember wurden 36 der Angeklagten zum Tode verurteilt; 28 Todesurteile wurden im Mai 1946 in Landsberg vollstreckt. Weitere Prozesse gegen die Verwaltungen und Wachverbände anderer Konzentrationslager wurden bis Herbst 1947 in Dachau durchgeführt.

Die Anliegen der Amerikaner in diesen Jahren waren zum Teil auch Anliegen der befreiten Häftlinge. Besonders bei der Durchführung der Prozesse gegen das KZ-Personal arbeiteten die zwei Gruppen zusammen. Diese Verbindung war institutionalisiert in der Dachauer "KZ-Betreuungsstelle", die Anfang Juni 1945 als "International Information Office" in der Schließheimerstr. 90 eingerichtet wurde. Ihre Adressenkartei wurde z.B. benutzt, um eine Zeugenliste für die im November 1945 beginnenden Dachauer Prozesse anzufertigen, und ihre Mitarbeiter waren vermutlich beteiligt an der Zusammenstellung einer Dokumentarausstellung im Krematorium mit einer Begleitpublikation, die während der Prozesse im Spätherbst 1945 fertiggestellt wurde.

Die Ausstellung im Krematorium scheint so angelegt gewesen zu sein, daß sie das Geschehen in Dachau möglichst drastisch vor Augen führte. Sie zeigte u.a. lebensgroße Puppen, die, in Häftlings- und SS-Uniformen gekleidet, "Pfahlhängen" und die Prügelstrafe im Lager veranschaulichten. Vor dem Krematorium hatte die Militärregierung ein Schild angebracht:

"This area is being retained as a shrine to the 238.000 individuals who were cremated here. Please do not destroy" (Dieses Areal wird als heilige Stätte erhalten für die 238.000 Menschen, die hier eingeäschert wurden. Bitte nicht zerstören.)

Wie eine Schlagzeile der Süddeutschen Zeitung am 23. November 1945 belegt, wurde diese Zahl spätestens während der Dachauer Prozesse als falsch erkannt (nachweislich kamen etwa 32.000 Menschen in Dachau um), aber noch Jahrzehnte danach sind Irrtümer und Streit über die genaue Anzahl der Toten entstanden.

Die Häftlinge und die Besatzungsmacht führten auch Gedenkveranstaltungen gemeinsam durch. Die erste große Gedenkveranstaltung in Dachau am 9. November 1945 stand unter dem Zeichen der bald beginnenden Dachauer Prozesse. Dies wird daran deutlich, daß die große Trauerfeier im Dachauer Schloß als "Weltsendung" mit einem US-Leutnant als Moderator gestaltet wurde. Sie wurde von Radiosendern in ganz Deutschland, Europa und den USA übertragen. Im Gegensatz zu Feiern in anderen deutschen Städten, wo die Militärregierung fast demonstrativ fernblieb, nahmen hohe US-Offiziere daran teil. Ein Vertreter des Internationalen Häftlingskomitees (Haulot) war anwesend, wie auch viele Mitglieder der derzeitigen Münchener und bayerischen politischen Prominenz.

Unter dem noch wachsamen Auge der Besatzungsmacht beteiligte sich die Stadt Dachau aktiv an jeder Gedenkfeier. 1946 hielt Bürgermeister Schwalber Ansprachen auf Gedenkverstaltungen am 10. März, 28. April, 14. September und 9. November. Bei letzterem konnte er stolz darauf verweisen, daß "um die Verbundenheit der Dachauer Bevölkerung mit den Häftlingen [auszudrücken] und insbesondere das Andenken an den gemeinsamen Freiheitskampf wach zu halten", der Stadtrat die Benennung von Straßen nach Dachauer Widerstandskämpfern am 5. November beschlossen hatte.

Schon in dem Jahr etablierten sich die drei Anlässe, zu denen Gedenkfeiern in den folgenden Jahrzehnten (z.T. bis heute) in Dachau veranstaltet wurden: der Befreiungstag, der "Tag der Opfer des Nationalsozialismus" (2. Sonntag im September), und der 9. November.

II.

Schon Anfang des Jahres 1948 machte sich der Landtag Gedanken über die weitere Verwendung des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. Auf Antrag des sozialpolitischen Ausschusses wurde am 16. Januar 1948 von allen Parteien einstimmig beschlossen, daß die Staatsregierung zu beauftragen sei,

"mit der Militärregierung umgehend Verhandlungen aufzunehmen, um auf dem schnellsten Wege Lagerobjekte freizubekommen (Dachau) zur Errichtung von Arbeitslagern für asoziale Elemente. ... [Die] Bedeutung der Arbeitslager als Stätten der Umerziehung von arbeitsscheuen Elementen zu willig arbeitenden Menschen" sei hervorzuheben.

Bis in die Formulierung hinein macht dieses Vorhaben deutlich, daß der Symbolwert des ehemaligen KZs Dachau in der bayerischen Öffentlichkeit ein völlig anderer war als in der Weltöffentlichkeit, die das Lager als einen Ort des Massenmordes durch Hunger, Seuchen, Arbeit und Gas ansah. Die bayerische Bevölkerung betrachtete es dagegen keineswegs als eine durch das Blut der Opfer "geheiligte" Stätte (wie das Schild der US-Amerikaner am Krematorium bekundet hatte), sondern als einen Ort, dessen schändliche Geschichte durch neue Nutzungen verdeckt werden könnte. In den 1950er Jahren gibt es mehrere Beispiele für das behördliche Bemühen um Vergessen.

Zur Einrichtung eines Arbeitslagers im ehemaligen Konzentrationslager Dachau ist es letztlich nicht gekommen, da mit der Verschärfung des Ost-West Konflikts der Strom der Zuwanderer aus dem Osten sich verstärkte. Nunmehr beschloß der bayerische Landtag am 29. April 1948, alle frei werdenden Internierungslager für die Unterbringung von Flüchtlingen zu benutzen. Im Frühjahr 1948 fanden Massenentlassungen aus dem Internierungslager Dachau statt, so daß die Flüchtlingsverwaltung es im September übernehmen konnte. Am 22. September 1948 bewilligte der Landtag drei Millionen DM für den Umbau des ehemaligen KZs zu einem Wohnlager; am 2. Dezember kamen 2,26 Millionen DM dazu.

Der Verdrängungswunsch der Behörden wird nicht nur in der Tatsache der Neuverwendung des Lagers als Wohnsiedlung sichtbar. Er fand seinen sprachlichen Niederschlag in den Schriftzeugnissen der bayerischen Behörden, wo die Rede ausschließlich vom "ehemaligen Interniertenlager" ist. Nur der Staatskommissar der Verfolgten Philipp Auerbach und der Flüchtlingsvertreter Egon Herrmann sprachen vom "ehemaligen Konzentrationslager".

Die fortan von der Flüchtlingsverwaltung gepriesene "Wohnsiedlung Dachau-Ost" wurde im Laufe des folgenden Jahrzehnts mehrfach ausgebaut. Industrieunternehmen, Geschäfte, Gaststätten, Kinos, eine Schule und ein Kindergarten wurden eingerichtet. Die Lagerstraße wurde geteert, eine Verbindungsstraße zur Stadt Dachau geschaffen, und die Wasser- und Stromversorgung erneuert. Während die Bewohner selbst unter der Leitung von Egon Herrmann ein mustergültiges gemeinnütziges Wohnbauunternehmen gründeten, um aus dem "Elendslager" herauszukommen, verlegte die Flüchtlingsverwaltung noch bis 1957, als ehemalige KZ-Häftlinge einen Aufnahmestopp durchsetzten, Menschen aus anderen Lagern nach Dachau.

Das aktive Überdecken der Erinnerung an das KZ Dachau war begleitet von einem passiven Vergessen-Lassen. Das wird an den Vorgängen um die Massengräber auf der Leiten 1949 deutlich. Anfang September 1949 wurde bei der Ausbaggerung von Schweißsand am Hang des Hügels ein Massengrab aufgedeckt. Ein ehemaliger Häftling sah die Knochen und machte die Presse darauf aufmerksam. Am 9. September machte der Knochenfund Schlagzeilen in den USA, und der US-Landkommissar schickte eine offizielle Anfrage an Ministerpräsident Ehard.

Die genaue Lage der Massengräber, die die SS 1944/45 und die US-Armee im Mai 1945 angelegt hatten, wurde durch Stichgrabungen festgestellt. Im Landratsamt wurden genaue Lagepläne wiederentdeckt. Die angenommene Zahl der Leichen schwankte zwischen 3000 und 20.500 - tatsächlich waren es 6228. An Ort und Stelle befanden sich nur ein Holzkreuz und ein Davidstern - keine erklärenden Hinweise. Während die Stadt Dachau und die bayerische Staatsregierung sich die Verantwortung für die Vernachlässigung der Gräber gegenseitig zuschoben, versuchte ein Untersuchungsausschuß des US-Landkommissars, Klarheit in die Angelegenheit zu bringen.

Was war seit 1945 auf der Leiten geschehen? Im Auftrag der Militärregierung wurde im Sommer 1945 ein Wettbewerb für ein Denkmal ausgeschrieben. Wegen heftiger Kritik an dem im Oktober von den bayerischen Behörden ausgewählten Entwurf wurden die Bauarbeiten im November eingestellt. Während das Kultusministerium sich um einen neuen Entwurf bemühte, ließ die Dachauer Stadtverwaltung das Holzkreuz und den Davidstern aufstellen und Blumen anpflanzen. Doch nach der Währungsreform im Juni 1948 hatte die Stadt keine Mittel für die pflegerische Arbeit, so daß die Anlage langsam verkam.

Die Einsendungen zu zwei weiteren Wettbewerben wurden 1946/47 vom Kultusministerium verworfen, und das Denkmalsprojekt blieb schließlich in einer Behördenschublade in München liegen. Diese "Vergeßlichkeit" mag sogar vorsätzlich gewesen sein, denn die Behörden reagierten nicht, als überlebende Häftlinge im Frühjahr 1949 sich um die Bereitstellung von Landesmitteln für die Anpflanzung eines Ehrenhains bemühten.

Der "Fall Leitenberg" interessierte auch die französische Öffentlichkeit. Zwei Delegationen prominenter ehemaliger Dachau-Häftlinge besichtigten die Baggerarbeiten und die Massengräber und ergänzten den Bericht des französischen Außenministers Schumann vor der Nationalversammlung am 13. Dezember 1949. Dabei verpflichtete sich Schuman dafür zu sorgen, daß die Bundesrepublik Gräber von NS-Opfern nicht aufheben dürfe. Die Vorschrift wurde in einer Zusatzerklärung zu den Pariser Verträgen aufgenommen, die im Mai 1955 in Kraft traten - gerade noch rechtzeitig, um die geplante Schließung des Dachauer Krematoriums zu verhindern. Davon wird weiter unten die Rede sein.

Die politische Brisanz des Vorfalls für die bayerische Staatsregierung wird u.a. an dem großen Aufwand deutlich, mit der sie die Herrichtung der Stätte mit vorläufiger Einweihung am 16. Dezember 1949 betrieb. Die Konsulate Frankreichs, der USA, Großbritanniens und der Tschechoslowakei waren vertreten; Bundesflüchtlingsminister Lukaschek, Landtagsabgeordnete, Senatoren, Vertreter der Parteien und der Häftlingsorganisationen waren außerdem anwesend. Trotz solcher Bemühungen blieb die internationale Öffentlichkeit zunächst kritisch. Die Ergebnisse der Regierungsuntersuchung erschienen am 19. Januar 1950 mit Schlagzeilen wie "Kein Verschulden am Leitenberg" und "Zusammentreffen widriger Umstände", aber sie wurden von maßgeblichen Kreisen nicht anerkannt. Sowohl der US-Landkommissar wie der französische Generalkonsul wie auch die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (VVN) ließen kritische Stellungnahmen verlauten.

Die VVN hatte sich schon 1948 beim Staat unbeliebt gemacht, als sie Anspruch auf die von Häftlingen geschaffene aber nach einer alliierten Direktive dem Staat zufallende KZ-"Plantage" erhob. Spätestens während des "Leiten-Skandals" wurde ihre Ausgrenzung durch den Staat offensichtlich. Im Zuge des sich verschärfenden Ost-West Gegensatzes verließen viele Verfolgtenorganisationen 1948/49 die VVN. In München formierten sie sich 1949 neu im "Landesrat für Freiheit und Recht". Philipp Auerbach, der als staatlicher Repräsentant der ehemals Verfolgten fungierte, trat im Mai 1949 aus der VVN aus und wurde Mitglied des Landesrats. Die "Arbeitsgemeinschaft Dachau" innerhalb der VVN mußte ihre für den 30. April geplante Gedenkveranstaltung vorverlegen, weil Auerbach an dem Tag eine Staatsfeier im Lager durchführen wollte, um das "Denkmal des unbekannten Häftlings" vor dem Krematorium zu enthüllen. Doch das Kräfteverhältnis der beiden Gruppen war noch unentschieden.

Zu den Veranstaltungen des "kommunistischen Konkurrenzunternehmens" (Auerbach) am 16. April 1950 auf dem Dachauer Marktplatz und auf der Leiten waren etwa 1000 ehemalige Häftlinge aus der Bundesrepublik, der DDR, Frankreich und Österreich gekommen. Am 30. April war die Beteiligung an der vom Staat ausgerichteten Feier wesentlich geringer, dafür umso prominenter: anwesend waren u.a. der österreichische Bundeskanzler Figl, Justizminister Michelet aus Frankreich, US-Landkommissar Bolds, Bundesflüchtlingsminister Lukaschek und Ministerpräsident Ehard.

Die Bemühungen der bayerischen Staatsregierung um ihren Ruf waren nicht auf diese Feier beschränkt. Die 493 KZ-Begräbnisstätten in Bayern wurden zusammengelegt und neugestaltet. In zwei Tagen im Juni weihte Auerbach im Fließbandverfahren 35 KZ-Friedhöfe ein. Das Landesentschädigungsamt zahlte in der zweiten Jahreshälfte 1950 12.000 DM an das ("nichtkommunistische") Internationale Häftlingskomitee aus, das am 29. April von Albert Guerisse in den Räumen des Landtags neugegründet worden war. Für die Neugestaltung des Leitenfriedhofs wurde die enorm hohe Summe von 650.000 DM veranschlagt. Am "Tag der Opfer des Faschismus", dem 10. September 1950, wurde eine von Auerbachs Mitarbeiter Erich Preuss neugestaltete Ausstellung im Krematorium eröffnet und eine überarbeitete Version der Begleitpublikation der Öffenlichkeit präsentiert. Eine Zufahrtsstraße vom Krematorium zur Alten Römerstraße wurde erbaut, damit Besucher das US-Militärgelände in der ehemaligen SS-Kaserne nicht mehr betreten mußten.

Solche ungewöhnlichen Maßnahmen dürfen nicht als Zeugnisse des hohen Ansehens der ehemals Verfolgten in der bundesdeutschen Öffentlichkeit gewertet werden. Vielmehr war Dachau ein Dorn im Auge des Staates, und sobald es nicht mehr in den ausländischen Schlagzeilen war, versuchte der Staat wieder, es aus der öffentlichen Erinnerungspflege verschwinden zu lassen. Die Pläne der Arbeitsgemeinschaft Dachau für eine Gedenkfeier im April 1951 wurden nach Möglichkeit sabotiert: ihr wurde die Vorführung eines Films zum Jahrestag der Massenverhaftungen im März 1933 verboten, und ihre Gedenkfeier am 15. April wurde öffentlich als "kommunistisch" diffamiert. Anstatt eine offizielle Gedenkfeier für die KZ-Opfer zum 29. April 1951 durchzuführen, war die Staatsregierung damit beschäftigt, vom 28. April bis zum 5. Mai eine "Gedenkwoche für die deutschen Kriegsgefangenen" zu veranstalten. In dieser Zeit wurde sowohl die VVN als auch die Arbeitsgemeinschaft Dachau und der "Arbeitsausschuß der Dachauer KZ-Häftlinge" von der Münchener Polizei überwacht.

Im nächsten Jahr fand eine Medienkampagne gegen die Ausstellung im Krematorium statt. Ein Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" besuchte im Januar 1952 die Gedenkstätte im Krematorium. Sein langer Bericht schloß mit den Worten: "Es muß etwas geschehen...". Der begleitende Kommentar ließ keinen Zweifel an der Bedeutung des "etwas": jede Erinnerung an das KZ sollte verschwinden. Der Artikel wurde bundesweit vielfach nachgedruckt, und der Staat verstand diesen gewaltigen Wink von den Medien. Um die Ausstellung räumen zu können, mußte die Anlage jedoch aus der Zuständigkeit des verfolgtennahen Landesentschädigungsamts genommen werden.

Nach dem Skandal um die Leiten-Gräber waren die Dachauer Gedenkstätten im Juni 1950 aus der Verantwortung der "Staatlichen Verwaltung der bayerischen Schlösser, Gärten und Seen" genommen und unter die Obhut des Landesentschädigungsamts gestellt worden. Im Oktober 1950 und wiederum im Januar 1951 beschloß der Ministerrat, an dieser Regelung festzuhalten und die "Entwicklung abzuwarten".

Im Herbst 1952 war es dann anscheinend so weit, und die Schlösser- und Seenverwaltung bekam die Anlage zurück. Bei der Gedenkfeier am 30. April 1953 beschwerten sich die ehemals Verfolgten, daß amtliche Stellen sich erstmals überhaupt nicht mehr beteiligten. Kaum war der Protest ohne Aufsehen verhallt, trat die Schlösserverwaltung in Aktion. Am 12. Mai 1953 wurde die Ausstellung auf recht grobe Weise geräumt.

Die Entfernung der Ausstellung scheint dem Verlangen nach Vergessen nicht genügt zu haben. Angeblich um den Ruf Dachaus vor gehässiger Propaganda über Vergasungen zu schützen, aber vermutlich eher, um den Strom der BesucherInnen weiter einzudämmen (von Juni bis November 1954 kamen 45.000 BesucherInnen, davon über 75% aus dem Ausland), beantragte der Dachauer Landtagsabgeordnete Heinrich Junker (CSU) am 27. Juli 1955 die Schließung des Krematoriumsgeländes. Ein Sturm der Entrüstung aus Kreisen der ehemals Verfolgten brach los, aber der Antrag hatte auch seine Befürworter. Der Landwirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Baumgartner (BP) forderte Anfang August auf dem Dachauer Volksfest, daß "das Krematorium verschwinden" solle, um mit der "Diffamierung des Dachauer Landes" Schluß zu machen. Wie Junker meinte er, ein stilles Denkmal auf der Leiten sei der geeignete Weg, der Nazi-Verbrechen zu gedenken.

Landrat Junker mußte jedoch am 20. September 1955 seinen Antrag zurückziehen, als bekannt wurde, daß das Zusatzabkommen zu den Pariser Verträgen die Unantastbarkeit von Grabstätten von Opfern des NS-Regimes festlegte. Kurze Zeit später ließ er sämtliche Wegweiser zur Gedenkstätte entfernen, wie auch die Originalbeschriftung "Brausebad" an der Gaskammer.

III.

Der Grundstein zur Offensive der ehemaligen Häftlinge gegen die staatlichen Beseitigungsbemühungen wurde 1953 gelegt. Am 6./7. Juni 1953 wurde eine internationale Pilgerfahrt von der Arbeitsgemeinschaft Dachau durchgeführt, an der Kameraden aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Österreich teilnahmen. Im Dachauer Schloß standen die Bundesdeutschen ihren ausländischen Kameraden Rede und Antwort über die neuerlichen Entwicklungen in ihrem Land (Remilitarisierung, Renazifizierung) - das Protokoll der Sitzung ist ein erschütterndes Dokument der Verbraunung der jungen Republik. Für den 29. April 1955 wurde eine Zusammenkunft aller ehemaligen Dachauer Häftlinge beschlossen. Das internationale Verbindungsnetz verdichtete sich in der folgenden Zeit. So trafen sich z.B. viele ehemalige Dachauer Häftlinge bei der Eröffnung eines Museums in Buchenwald im April 1954. Der Kongreß der "Foederation internationale des Résistants" im Dezember 1954 in Wien beschloß, ihren nächsten Kongreß zum 10. Befreiungstag 1955 in Dachau abzuhalten.

Obwohl diese Veranstaltung am 7./8. Mai ein großer organisatorischer und publizistischer Erfolg war, mußte harte Arbeit geleistet werden, bevor die Distanz zwischen den antikommunistischen und den kommunistisch orientierten ehemaligen Häftlingen überbrückt werden konnte. Der "Landesrat für Freiheit und Recht", der die Unterstützung der SPD (Hoegner), CSU (Hundhammer), FDP, israelitischen Kultusgemeinden und kirchlicher Kreise (Neuhäusler) hatte, lehnte die gemeinsame Veranstaltung einer Feier ab. So führte er seine eigene Feier am 24./25. April mit prominenten Staatsvertretern (Ministerpräsident Hoegner, Landtagspräsident Ehard) durch.

Die Dachauer Häftlingsorganisationen verbanden ihre Feier zwei Wochen später mit einer Sitzung zur Neugründung des Internationalen Häftlingskomitees (Comité Internationale de Dachau, CID) von 1945 - diesmal auf breiter Basis, im Gegensatz zur Neugründung im April 1950. Die deutsche Lagergemeinschaft bemühte sich auch um die Gunst der Dachauer Bevölkerung - und ihre Arbeit blieb nicht ohne Wirkung. Mit weit über 1000 TeilnehmerInnen und sehr positiver Presseberichterstattung war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

In mühsamer Kleinarbeit wurden in den nächsten Jahren Personen in Schlüsselpositionen für die Errichtung einer Gedenkstätte in Dachau gewonnen. Ein wichtiger Bündnispartner war Leonhard Roth, derzeit Kurat im "Wohnlager Dachau-Ost". Roth war ein ehemaliger Dachau-Häftling, der seit der Befreiung im Lager geblieben war, zuerst als Pfleger von Typhuskranken, dann als Seelsorger für die internierten SS, und schließlich als Gemeindegeistlicher für die NeubürgerInnen aus dem Osten. Roth hatte sich von Anfang an für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eingesetzt. Sein Protestbrief gegen die Schließung des Krematoriums war der erste, der beim Ministerpräsident einging.

Doch stand Roth fest auf der Seite des antikommunistischen Landesrats für Freiheit und Recht und lehnte alle Pläne für ein Museum ab. Als das CID im April 1956 den Abriß sämtlicher Nachkriegsbauten auf dem Appellplatz forderte, schrieb Roth, der im Herbst 1946 den Bau einer Holzkirche neben dem Jourhaus durch internierte SS initiiert hatte, einen offenen Protestbrief, der weite Verbreitung fand. Otto Kohlhofer trat als ehemaliger Mit-Häftling an ihn heran und konnte ihn für die Sache der Gedenkstätte gewinnen. Fortan nahm das Komitee Abstand vom Abriß der Kirche, und Roth wurde Vertreter der Geistlichen im CID. Der Nutzen eines Bündnispartners "vor Ort" zeigte sich im Juli 1957, als Roth den vollständigen Abriß einiger Wachtürme durch die Baubehörde verhindern konnte. Weitere Personen, die Otto Kohlhofer auf der Ebene "Häftling zu Häftling" für die Gedenkstätte gewinnen konnte, waren Landwirtschaftsminister Hundhammer und Weihbischof Neuhäusler.

Durch gezielte Vorbereitung fand die Befreiungsfeier am 29. April 1956 ein breites Echo in der Öffentlichkeit. Ansprachen wurden gehalten von Vertretern aus sechs Ländern. Vertreter der BewohnerInnen des ehemaligen KZs kamen zur CID-Versammlung und es wurde beschlossen, gemeinsam vorzugehen bei der Forderung nach der Räumung des Lagers. Ein Transparent wurde im Lager aufgehängt mit der Aufschrift: "Wir wollen raus aus den KZ-Baracken in menschenwürdige Wohnungen zu Preisen, die wir bezahlen können." Die deutsche Lagergemeinschaft wurde neu gegründet, und das regelmäßige Erscheinen der "Mitteilungen" der Lagergemeinschaft begann. Ein Buch von dem ehemaligen Häftling Nico Rost, "Ich war wieder in Dachau", erregte viel Aufsehen.

Die erste Besprechung zwischen dem CID und der Staatsregierung fand am 7. April 1956 statt. Der ehemals Verfolgte Dr. Panholzer vom Finanzministerium bejahte zwar eine Verpflichtung des Staates zum Erhalt und Zugänglichmachung der Anlage (die sowieso in den Pariser Verträgen vorgeschrieben war), legte aber dar, daß der Staat keine finanziellen Verpflichtungen übernehmen könne. Um diese starre Position zu durchbrechen, plante das CID eine große Pilgerfahrt mit der Grundsteinlegung des künftigen Mahnmals für September 1956. Als Vertreter der Staatsregierung enthüllte Panholzer den Stein, der heute unter Glas vor dem Internationalen Mahnmal steht.

Trotz aller Bemühungen trat danach eine gewisse Stagnation ein. Die von Ministerpräsident Hoegner im März 1956 versprochene Auflösung des Wohnlagers wurde nicht umgesetzt, weil der Staat sich weiterhin weigerte, finanzielle Verpflichtungen einzugehen. Trotz kleiner Fortschritte (1958 wurden die 1955 entfernten Hinweisschilder wiederaufgestellt und ein Aufnahmestopp für das Wohnlager verfügt), und gut besuchter Gedenkveranstaltungen war es erst ein persönliches Anliegen Weihbischof Neuhäuslers, das den Stein erneut ins Rollen brachte.

Der Anstoß zu Neuhäuslers Projekt kam aus dem Ausland. Nachdem Captain Ryder Cheshire, ein Beobachter beim Bombenabwurf über Hiroshima, mit 36 englischen Priestern zum 20. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 1959 Dachau besuchte, sah Neuhäusler die Notwendigkeit einer offiziellen religiösen Gedenkanlage in Dachau. Neuhäusler wollte während des 37. Eucharistischen Weltkongresses in München eine Veranstaltung im ehemaligen KZ Dachau durchführen. Für die internationalen Besucher sollte nunmehr eine Gedenkkapelle geschaffen werden.

Die Entstehung der Kapelle ist ein Beispiel dafür, wie groß die öffentliche Beteiligung am Ausbau der Gedenkstätte sein konnte, wenn sie von der richtigen Stelle gefordert wurde. Innerhalb kurzester Zeit gelang es Neuhäusler, einen Entwurf von Professor Josef Wiedemann (TU München) zu bekommen und eine Spendensammlung zu initiieren. Obwohl die Bauarbeiten erst Ende April 1960 begannen, war die Kapelle rechtzeitig für die Weihe am 5. August fertig. In größter Eile wurde eine Ausstellung im Krematorium eingerichtet, die am 30. Juli 1960 eröffnet wurde. Bei der Weihe der Kapelle, die den Namen "Todesangst Christi" erhielt, waren am 5. August 1960 etwa 50.000 Menschen im Lager zusammengekommen - wohl das erste und einzige Mal, das die ständige Belegung der letzten Kriegsmonate übertroffen wurde.

Bei der Einweihung gab es auch einige Mißklänge, die die gegensätzlichen Meinungen zur Einrichtung einer KZ-Gedenkstätte deutlich machten. Dazu gehörten die Teilnahme des NS-Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht an der Einweihung (sogar als Ehrengast Neuhäuslers in der ersten Sitzreihe), die Behauptung eines ehemaligen Wehrmachtsgenerals, die Krematoriumsöfen seien von den Amerikanern nach dem Krieg erbaut worden, und Hakenkreuzschmierereien im Krematorium am 15. August.

Folgenschwerer war eine mißverständliche Äusserung des Dachauer Bürgermeisters Hans Zauner über die Gründe für die Inhaftierung im KZ, die zur Zuspitzung des Konflikts zwischen Zauner und Leonhard Roth führte. Schon im November 1959, als Zauner dem Stadtrat vorschlug, Wohnungssuchende in einige der inzwischen leer gewordenen KZ-Baracken unterzubringen, hatte Roth in einem offenen Brief heftig protestiert. Daraufhin belegte ihn das erzbischöfliche Ordinariat mit strenger Schreibzensur. In einer von der bundesdeutschen Lagergemeinschaft veranstalteten öffentlichen Protestversammlung wegen Zauners Äusserung kritisierte Roth Zauner und den Dachauer Stadtpfarrer aufs schärfste. Am 25. März wurde Roth zwangsbeurlaubt und zum 30. Juni seines Postens enthoben. Am 24. Juni beging er Selbstmord. Nach seinem Tod wurde die von ihm erkämpfte Zusicherung der Erhaltung der Kirchen auf dem Appellplatz rückgängig gemacht.

Mit Roths Selbstmord war einer der leidenschaftlichsten Verfechter der neuen Gedenkstätte verloren, aber inzwischen war eine Organisation geschaffen worden, die die Verwirklichung unabhängig von Einzelnen machte. Für das Gedenkstättenkuratorium hatte Otto Kohlhofer im Frühjahr 1959 den ehemaligen Dachau-Häftling Landwirtschaftsminister Hundhammer gewonnen, der als längjähriges Mitglied des Kabinetts hohes Ansehen und erheblichen Einfluß genoß. Mit tatkräftiger Unterstützung Hundhammers trat am 5. November 1959 die erste Sitzung zusammen. Das Kuratorium tagte mit etwas wechselnder Besetzung unter der Federführung Kohlhofers und Hundhammers bis zur Einweihung des internationalen Mahnmals im September 1968.

Mit dem 30. Jahrestag der nationalsozialistischen Machtübernahme und dem 25. Jahrestag der Pogrome im November 1938 war das Jahr 1963 zwar ein besonderes "Gedenkjahr", aber die hohe Beteiligung an den Gedenkfeiern unterschied sich unwesentlich von der der Jahre 1961-1965. Zum Jahrestag der Eröffnung des KZs am 22. März veröffentlichte Weihbischof Neuhäusler einen Spendenaufruf zum Bau eines "Sühneklosters" an der nördlichen Begrenzung des Lagers. Der Grundstein zu dem vom Architekten der Todesangst-Kapelle entworfenen Gebäude wurde am 28. April 1963 im Beisein von vielen prominenten Christen und Häftlingsvertretern geweiht. Wie schon beim Eucharistischen Weltkongreß brachten Sonderzüge aus München mehrere Tausend Teilnehmer direkt in das Lager und auf die Gleise, wo bei der Befreiung der "Todeszug" gestanden hatte.

Am 31. Juli 1963 wurde auf der Leiten die italienische Kapelle "Maria Regina Pacis" zum Andenken an alle italienischen Opfer deutscher Konzentrationslager in einer großen Veranstaltung mit Italiens Staatspräsident Segni, Bundespräsident Lübke und Ministerpräsident Goppel eingeweiht.

Den 9. November 1963 nahm die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) zum Anlaß, in der kleinen "Gnadenkirche" auf dem Appellplatz zu Spenden für einen Kirchenneubau in der Gedenkstätte aufzurufen. Die Predigt von Präses Wilm mit persönlichen Erlebnissen aus seiner Haftzeit im KZ stand der Ansprache Neuhäuslers bei der Klostergrundsteinlegung keineswegs nach.

Am Abend des 9. November fand die zur Tradition gewordene Gedenkveranstaltung der Gewerkschaftsjugend und des Bayerischen Jugendrings (BJR) mit 5000 TeilnehmerInnen statt. Die erste solche Gedenkveranstaltung hatte 1956 nach einem Anstieg neonazistischer Aktivitäten stattgefunden; die Beteiligung stieg sprunghaft an von 500-2000 Jugendliche vor 1961, auf 3000-7000 danach.

1964 riß die Bautätigkeit in Dachau nicht ab. Am 1. Mai weihte der "Landesverband der jüdischen Verfolgten und KZ-Invaliden" ein Denkmal auf dem Waldfriedhof ein. Am 3. Mai folgte die Enthüllung eines Denkmals der Lagergemeinschaft auf der SS-Schießstätte in Hebertshausen, wo mehrere Tausend sowjetische Kriegsgefangene erschossen worden waren. Angesichts der damals vorherrschenden antikommunistischen Stimmung verdient die Tatsache besondere Beachtung, daß neben Martin Niemöller der sowjetische KZ-Veteran Wadim Sobka eine Ansprache im strömenden Regen vor etwa 1000 ehemaligen Häftlingen hielt.

Am 22. November 1964 wurde das Kloster "Heilig Blut" in Anwesenheit vieler ehemaliger Häftlinge und vieler prominenter Politiker eingeweiht. In seiner Predigt sagte Kardinal Döpfner, das stille Beten der Schwestern alleine sei nicht genug: `Es geschehen auch in einer Demokratie Dinge, die dem Geist von Dachau nicht unähnlich sind. ... Die Schwestern sollten nicht nur Sühne leisten, sondern auch ihr Gebet in die "zuchtlose und opferscheue" Welt hinausschicken'.

Im Frühjahr 1965 wurde fieberhaft an der Fertigstellung der Gedenkstätte gearbeitet. Die Belegung der "Wohnsiedlung" war seit Mitte der 1950er Jahre von über 2000 auf einige Hundert gesunken, obwohl die endgültige Umsiedlung aller Lagerbewohner seit 1962 immer wieder hinausgeschoben worden war. Seit 1964 wurden die leergewordenen Baracken sofort nach Auszug der Bewohner abgerissen; im April 1965 wurden die letzten beiden Baracken unter dem Protest der "als sogenannte Asoziale" eingestuften Bewohner geräumt. Die Zeit war inzwischen zu knapp geworden, um alle Barackenumrisse in Beton nachzugießen (10 von 22 waren bei der Einweihung fertig), aber die zwei rekonstruierten Baracken konnten rechtzeitig fertiggestellt werden. Der bayerische Staat gab 4.000.000 DM für die Herrichtung des Schutzhaftlagergeländes aus, und 2.000.000 DM für das Museum im ehemaligen KZ-Wirtschaftsgebäude. Ruth Jakusch, die seit April 1963 hauptamtlich für das CID gearbeitet hatte, stellte zusammen mit einer Arbeitsgruppe aus ehemaligen Häftlingen und Fachberatern die Ausstellung nach den Konzeptionen des CID zusammen und wurde erste Leiterin der Gedenkstätte.

Am 1. Mai begann der Auftakt zur Gedenkstätteneinweihung mit einem "Errettungsgottesdienst" auf dem Petersberg bei Dachau und anderen Veranstaltungen der KZ-Priestergemeinschaft. Am 8. Mai legte Präses Scharf den Grundstein zur evangelischen Versöhnungskirche, und am 9. Mai versammelten sich 640 ehemalige Häftlinge aus 14 Ländern und mehrere Tausend Menschen auf dem Appellplatz für die Museumseröffnung. Minister Hundhammer, der ehemalige Häftlingsarzt Frantisek Blaha und der Präsident des CID, Guerisse, hielten Ansprachen. Zum Schluß verlas Dr. Ernst Braun von der Lagergemeinschaft ein Manifest der ehemaligen Häftlinge, in dem unter anderem scharfe Kritik an der bevorstehenden Verjährung der Nazi-Kriegsverbrechen in der Bundesrepublik geübt wurde.

Nach der Fertigstellung des Museums verblieb neben der Errichtung des internationalen Mahnmals auf dem Appellplatz die Fertigstellung der religiösen Gedenkanlage am Nordende des Lagers. In den Monaten nach der Einweihung der katholischen Kapelle im August 1960 war nämlich die Errichtung einer jüdischen Synagoge und eines evangelischen Gotteshauses dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern bzw. dem Rat der EKD vorgeschlagen worden. Der Landesverband beschloß schon im März 1961, den Erbauer der Synagogen in Düsseldorf und Hannover, den Frankfurter Architekten Hermann Guttmann, mit der Ausarbeitung eines Entwurfs zu beauftragen. Gleichzeitig wurde ein Spendenaufruf an jüdische Menschen und Organisationen im In- und Ausland beschlossen, so daß im Sommer 1964 der Grundstein gelegt werden konnte. Die Bauarbeiten gingen jedoch sehr langsam voran, so daß die Einweihung erst am 8. Mai 1967 stattfand.

Die Evangelische Kirche hatte sich etwas schwerer getan mit der Entscheidung, eine Kapelle in Dachau zu bauen. Im Herbst 1960 ließ sie erst einmal feststellen, welche evangelische Gedenkstätten und Ehrenmale es in der Bundesrepublik schon gab. Im Mai 1961 kam sie zu dem Ergebnis, daß der Bau einer Kapelle in Dachau "nicht in Frage" komme, u.a. weil die katholische Kapelle keine "ausgesprochen konfessionellen Merkmale" aufweise. Eine Kirche in einem ehemaligen KZ in einem überwiegend evangelischen Land (wie Bergen-Belsen/Niedersachsen) liege näher. Erst nachdem der niedersächsische Innenminster dem Kirchenrat im Februar 1963 mitteilte, wegen der jüdischen Auffassung von Totenruhe hätten jüdische Gruppen um die Unterlassung jeglicher Bautätigkeit in Bergen-Belsen gebeten, wurde Dachau als Standort gewählt.

Im Juli 1964 wurde der Entwurf Helmut Strifflers zur Ausführung bestimmt; im Mai 1965 fand die eigentliche Grundsteinlegung statt. Während der darauffolgenden zweijährigen Bauzeit wurden harte Verhandlungen geführt, weil Weihbischof Neuhäuslers Vorstellungen von der Gesamtheit der Gedenkanlage scharf von denen der anderen Beteiligten (CID, EKD, Landesverband) abwichen. Neuhäusler wollte das Lagergelände als Ehrenhain mit Baumbepflanzung gestalten, während die anderen jegliche Begrünung ablehnten. Da keine Einigung erzielt werden konnte, wurde schließlich auf die Einheitlichkeit der religiösen Gedenkanlage verzichtet. Die Eichen um die Todesangst-Christi-Kapelle wurden belassen, die Sträucher entfernt, und der Rasen auf ein Kreisrund reduziert.

Im Jahr 1966 waren die Gedenkveranstaltung stärker denn je von dem aufkommenden Neonazismus in der Bundesrepublik überschattet. Gleich zu Jahresanfang bot die "Deutsche National-Zeitung und Soldaten-Zeitung" auf mit einem mehrseitigen Leitartikel unter der Schlagzeile "Gaskammer-Schwindel aufgedeckt ... Wie war es wirklich in Dachau?". Ende des Monats warfen Dachauer Gymnasiasten einer Gruppe von Bauhelfern der "Aktion Sühnezeichen", die in der Gedenkstätte gearbeitet hatten, vor, sie würden: "unnötig in der Vergangenheit ... wühlen". Schon im Sommer 1965 hatte der ehemalige Häftling Alfred Haag in der ARD-Sendung "Monitor" den Anstieg rechtsradikaler Vorfälle in Dachau konstatiert. Bei der Befreiungsfeier am 8. Mai 1966 machte der ehemalige Häftlingslagerälteste Oskar Müller die ca. 800 TeilnehmerInnen auf eine geplante Veranstaltung des SS-Veteranenverbands "HIAG" am 21. Mai im Bürgerbräukeller aufmerksam, und BJR-Präsident Hermann Kumpfmüller ging auf die jüngsten Erfolge der NPD ein. Zu der Verlegenheit Minister Hundhammers, der privat an der Feier teilnahm, `vergaß' die Staatsregierung, einen Kranz niederlegen zu lassen. Vor den Landtagswahlen Mitte November wurden NPD-Plakate an der Zufahrtsstraße zur Gedenkstätte aufgehängt, und die NPD wurde in die Parlamente von Hessen und Bayern gewählt. Am Wochenende nach der Wahl wurde der jüdische Gedenkstein auf dem Waldfriedhof beschmiert.

Das Jahr 1967 war von einem ähnlichen Gegensatz zwischen Verfolgtengedenken und Neonazismus gezeichnet wie 1960 und 1966. Einen Tag nachdem die evangelische Kapelle am 1. Mai 1967 eingeweiht wurde, wurde der jüdische Gedenkstein auf der Leiten beschmiert. Am 5. Mai hielt Kuratoriumsvorsitzender Minister Hundhammer eine Pressekonferenz, auf der er die Aktivitäten der NPD verurteilte. In den Ansprachen bei der Einweihung der jüdischen Gedenkstätte am 7. Mai, an dem der israelische Botschafter Ascher Ben-Natan teilnahm, wurde mehrfach das Klima erwähnt, in dem "Frevler wieder versuchen können, ihr Haupt zu erheben". Nach der Feier zogen die ca. 1000 TeilnehmerInnen in einem Schweigemarsch zum Appellplatz, wo eine Urne mit Asche eines unbekannten KZ-Häftlings beigesetzt wurde.

Das Jahr 1968 stand im Zeichen der Einweihung des Mahnmals auf dem Appellplatz. Bis auf den Tag genau zwölf Jahre waren seit der symbolischen Grundsteinlegung vergangen, bevor es im September 1968 eingeweiht werden konnte. Schon im November 1959 hatte das CID einen Entwurf des jugoslavischen Bildhauers Glid Nandor zur Ausführung bestimmt. Im August 1965 wurde dieser Beschluß bestätigt und eine Sammlung begonnen, um die Kosten des Denkmals aufzubringen. Bei Bauginn im Herbst 1967 waren etwa zwei Drittel der Kosten von 1,2 Millionen DM durch Spenden gedeckt, darunter 300.000 DM von der Bundesregierung.

Bei der Einweihung am 8. September 1968 traten viele der 1955/56 überwundenen Differenzen innerhalb des CID zwischen den (ehemaligen) Kommunisten und den Häftlingen, die nach dem Krieg in hohe Positionen in NATO-Staaten aufgestiegen waren, wieder auf. Die belgischen und französischen Nationalkomitees, die schon immer die Führung im CID innegehabt hatten, planten eine Prominentenveranstaltung mit Beteiligung von Militärformationen. Die Planungen wurden ohne das Wissen der bundesdeutschen Lagergemeinschaft gemacht, der die Vorbereitungen vor Ort oblag. Da die Belgier und Franzosen drohten, sich überhaupt nicht zu beteiligen, wenn ihre Armeen nicht auftreten dürften, willigte Kohlhofer als Repräsentant der Lagergemeinschaft ein. Es scheint, daß er jedoch keinen besonderen Eifer für die Militär-bezogenen Vorbereitungsarbeiten entwickelte, denn kurz vor der Feier arbeiteten Komiteepräsident und -sekretär Guerisse und Walraeve fieberhaft, um z.B. die Ehrentribünen errichtet zu bekommen.

Vor 5000 ZuschauerInnen marschierten Ehrenkompanien der französichen, US-amerikanischen und belgischen Armeen und der britischen Luftwaffe ein. Die Veranstaltung wurde überflogen von Düsenflugzeugen der Amerikaner und Holländer. Während des Einmarsches ging eine Gruppe von 25-40 jugendlichen Demonstranten auf das Rednerpult zu. Sprechchöre prangerten die Militärbeteiligung an der Gedenkveranstaltung und die gewalttätige Repression der außerparlamentarischen Opposition in der Bundesrepublik an. Auf einem Transparent stand mißverständlich: "Dachau grüßt Hitlers Erben" - gemeint war insbesondere der Berliner Bürgermeister Schütz, der als Vertreter des Bundespräsidenten eine Rede hielt. Er war letztlich für die Übergriffe der Polizei in Berlin verantwortlich gewesen. Obwohl der Protest einhellig als fehl am Platz bezeichnet wurde, stimmten viele ehemalige deutsche Häftlinge den Protestierenden zu: sie mißbilligten ebenfalls den "NATO-Aufmarsch" und äußerten öffentlich ihre Verbitterung über das "`KZ-Erinnerungs-Establishment'".

Nach dieser Veranstaltung verlagerten führende Mitglieder der bundesdeutschen Lagergemeinschaft ihre Tätigkeit von der Mitarbeit an Vorhaben des CID auf die Weitervermittlung ihrer KZ-Erfahrungen an die jungen Generationen, die ein ständig steigendes Interesse an die Geschichte des Nationalsozialismus zeigten. In den folgenden Jahrzehnten blieb das Verhältnis zwischen den Befürwörtern der Gedenkstätte als Bildungseinrichtung und staatlichen Stellen weiterhin sehr antagonistisch.


1990 article originally posted 2005; formatting & links Aug. 2012